Sexualpädagogik

Sexualität wird meist mit Sex gleichgesetzt, wobei sich kindliche Sexualität von der Erwachsenensexualität unterscheidet. Bei Sexualität denken viele Menschen zunächst nur an Erwachsene und Jugendliche, nicht aber an Kinder und Säuglinge. Sexualität verändert sich im Laufe eines Lebens und ihre Entwicklung ist ein Teil der Persönlichkeitsentwicklung.

 

Kinder brauchen für ihre sexuelle Entwicklung pädagogische Begleitung, wie in anderen Entwicklungsbereichen auch. Kinder sollen unbelastet von sexuellen Gefühlen, Gedanken und Handlungen heranwachsen. Sie erleben die Sinneswahrnehmungen ihres ganzen Körpers als lustvoll und angenehm. Selbsterkundungen des Körpers und Masturbation finden in der gesamten Kindheit statt und dienen dem Ausprobieren und Kennenlernen des eigenen Körpers. Kindliche Sexualität konzentriert sich nicht auf die Geschlechtsteile, bezieht sie aber mit ein. Schon Neugeborene berühren ihre Genitalien und erleben dabei angenehme Gefühle.

 

Es ist wichtig, den Körpererfahrungen einen breiten Raum im Alltag zu geben, sexuelle Sequenzen nicht zu tabuisieren, zu verbieten oder gar zu bestrafen, aber darauf zu achten, dass sich die kindliche Sexualität, ohne Gewalt und Grenzverletzung durch andere Kinder oder Erwachsene, geschützt entwickeln kann.

 

Unser Ziel ist es, die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung ganzheitlich zu fördern und zu stärken. 

 

Dazu gehört:

  • Körperwahrnehmung

  • Gefühle wahrnehmen und richtig einordnen zu können

  • Nein sagen können und dürfen

  • Eigene Grenzen und die des Anderen erkennen und Regeln akzeptieren

  • Respekt und Wertschätzung von sich und anderen erfahren und erlangen

     

Wie setzen wir die Ziele um?

  • Die Kinder dürfen sich in Kuschelecken sowie in Toiletten zurückziehen, um sich gegenseitig zu betrachten, anzufassen und Körpergefühle auszuprobieren, wenn es auf gegenseitigem Einvernehmen beruht

  • Wir erarbeiten gemeinsam mit den Kindern Regeln und Grenzen

  • Fragen der Kinder werden von uns aufmerksam aufgenommen, ernst genommen und beantwortet

  • In Gesprächen benutzen wir Bezeichnungen wie Penis, Vagina und Scheide

 

Die Kinder dürfen:

  • Nackt sein und sich gegenseitig betrachten, sich anfassen, Zärtlichkeiten austauschen, sich küssen

  • Sie dürfen sich allein zurückziehen, sich selbstbefriedigen

  • Beim Wickeln dürfen sich die Kinder selbst berühren, dabei wird die Schamgrenze des Kindes aktiv gewahrt

  • Die päd. Fachkraft ist immer in unmittelbarer Nähe des Geschehens

  • Generell werden die individuellen Schamgrenzen der Kinder und der MitarbeiterInnen respektiert

 

Unter anderem gibt es nicht verhandelbare Grenzen:

  • Es darf Nichts in Körperöffnungen gesteckt werden

  • Es muss Freiwilligkeit gegeben sein

  • Die Privatsphäre muss gewahrt werden

  • Es dürfen anderen Kindern keine Schmerzen zugefügt werden

  • Die Themen werden mit den Kindern aufgearbeitet und besprochen

  • Fragen der Eltern werden ernst genommen und beantwortet

  • Nur auf Augenhöhe, die Kinder müssen kognitiv gleichgestellt sein